Exkursion zu den Felsenbrütern

Logenplatz am Uhuhorst (Foto: Alexander Brehm)
Logenplatz am Uhuhorst (Foto: Alexander Brehm)

Bei traumhaftem Wetter lud die Kreisgruppe Forchheim des Landesbund für Vogelschutz mit großem Erfolg zu ihrer Felsbrüterexkursion ein.

 

Etwa 50 Naturbegeisterte, darunter auch einige Kinder und teilweise sehr fachkundige Teilnehmer, waren von den Wanderfalken, Uhus und Turmfalken total hingerissen.

Mit Fernglas, Spektiv und hochwertigen Kameras ausgerüstet, konnten im Trubachtal eine Wanderfalkenfamilie mit 3 Jungtieren sehr gut beobachtet werden. Als eines der Alttiere auch noch Beute in den Fängen zur Nestnische im Fels brachte und vor den Augen der Teilnehmer an seine Jungen verfütterte, war die Freude groß. Die Wanderfalkenpopulation, die sich dank der strengen Schutzmaßnahmen in der Fränkischen Schweiz recht gefestigt zeigt, scheint somit wieder Zuwachs zu bekommen.

Junger Uhu (Foto: Alexander Brehm)
Junger Uhu (Foto: Alexander Brehm)

Im Anschluss fuhren die Teilnehmer in Fahrgemeinschaften zu einem Gräfenberger Steinbruch. Hier konnte gut geschützt in der Steilwand des Steinbruches eine fürsorgliche Uhumutter bei der Betreuung ihrer beiden Jungvögel beobachtet werden. Diese Biotope aus zweiter Hand werden immer wichtiger in unserer Ökologie.

Neben den Uhus sind sie zu einem wichtigen Lebensraum für Dohlen, Wanderfalken, Kolkraben und Turmfalken geworden.

Der LBV-Experte Alex Brehm referierte äußert fachkundig über die Lebensweise, das Familienleben, die Nahrung, aber auch über die Gefährdung von Wanderfalke und Uhu. Für die kleinen Teilnehmer wurde extra ein Spektiv in Kinderhöhe aufgebaut und so dem Nachwuchs ein Einblick in die Kinderstuben ermöglicht.

 

 

Turmfalke im Nest (Foto: Günther Eichler)
Turmfalke im Nest (Foto: Günther Eichler)

Trotz der hohen Teilnehmerzahl war die Disziplin unter den Zuhörern sehr lobenswert.

Es wurde aufmerksam gelauscht und sich in den verschiedenen Biotopen vorbildlich verhalten.

Von dort ging es nun in den Privatgarten der Familie Eichler in Sollenberg. Günther Eichler erzählte viel Wissenswertes über den kleinsten heimischen Falken. In der Scheune konnte man die Turmfalken bei der Aufzucht ihrer 6 Jungvögel beobachten. Für viele war es ein einmaliges Erlebnis, die Kinderstube aus nächster Nähe zu sehen. Die Turmfalken fühlen sich hier, mitten im Ort, sichtlich wohl und brüten jetzt bereits im 5. Jahr.

Turmfalke im Anflug (Foto: Christian Brysch)
Turmfalke im Anflug (Foto: Christian Brysch)

Bei der Aufzucht der Jungvögel werden von den Alttieren etwa 1.800 Mäuse, hauptsächlich Feldmäuse erbeutet und an die Jungen weiterverfüttert. Leider liegt die Überlebensrate im 1. Jahr bei gerade einmal etwa 35%. Die Intensivierung der Landwirtschaft, gerade der Maisanbau, macht es den Turmfalken immer schwerer, ihre geliebten Feldmäuse zu fangen. Die unsachgemäße Ausbringung von Mäusegiften trägt sicher ihr Übriges dazu bei. Zum Ausklang konnten die Exkursionsteilnehmer noch eine naturkundliche Ausstellung besichtigen. Günther Eichler hat dazu mittlerweile eine umfassende Nest-, Feder-, Eier-, Gewölle- und Tierschädelsammlung zusammengetragen und als Anschauungsmaterial aufbereitet.

Die zahlreichen Fotografen unter den Teilnehmern waren wohl neben den Kindern die Begeistertsten, konnten sie doch tolle Aufnahmen in der Vogelwelt festhalten wie sonst wohl selten.

Somit ging nach ca. 3 Stunden eine informative und sehenswerte Exkursion zu Ende, die auch die Arbeit der allesamt ehrenamtlich tätigen LBV-Mitglieder anschaulich darstellte.

Rundum eine gelungene Veranstaltung und Werbung für den LBV!

 

Bericht: Günther Eichler

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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